 - Die Erstkommunion 1936 in Aschau
Von der Erstkommunion des Hl. Vaters gibt es nicht sehr viele Originaldokumente. Auf die Frage "Wie sah Ihre religiöse Erziehung aus? Heute haben viele Eltern ja offenbar ein Problem damit" antwortete er in dem Buch "Salz der Erde": "Der Vater hat uns auch Lektüre gekauft; es gab zum Beispiel Zeitschriften bei der Erstkommunion."
Und in seinem Buch "Jesus zeigt dir den Weg" schreibt er:
"Ich erinnere mich gut an den Tag meiner Erstkommunion. Es war ein schöner Sonntag im März 1936. Ich war von einer überaus großen Freude erfüllt, weil Jesus zu mir gekommen ist. Ich habe dem Herrn so gut ich konnte versprochen: 'Ich möchte immer mit dir sein.' Und ich habe ihn gebeten: 'Aber vor allem, sei du mit mir!'"
Wir haben einen ehemaligen Mitschüler des Papstes ausfindig gemacht: Rupert Anzenberger hatte zusammen mit Papst Benedikt am 15. März 1936 Erstkommunion in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Aschau am Inn. Hier erzählt er, wie es damals war. Einen Ausschnitt sehen Sie hier im Video. Das vollständige Interview lesen Sie unten.
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Wann war denn Ihre Erstkommunion und wie haben Sie sich darauf vorbereitet?
Das war 1936. Das war schon streng damals, dass wir alles richtig gemacht haben. Wir hatten in der Kirche Vorbereitungsstunden. Der Josef war geistig ein ruhiger Bub, der war schon ein feinerer wie die anderen, seine ganze Art. Ich weiß noch gut, in der Schule, ich bin ganz links gesessen und er ganz rechts außen. Und wenn die Lehrerin hinausgegangen ist, dann hat der Ratzinger auf uns aufpassen müssen. Da sehe ich ihn noch stehen. Er ist schon der Chef gewesen bei uns. Aber deswegen war er uns nicht unsympathisch.
 - Das Kommunionkind Josef Ratzinger
Wie war er denn im Religionsunterricht?
Ja gescheiter schon wie wir, das darf man schon sagen. Seine Eltern waren tief gläubig, das war schon anders. Er war ein besonderer Bub.
Wie ist der Tag selbst gewesen?
An unserem Erstkommuniontag durften wir nach Altötting fahren, alle Erstkommunionkinder, die zwei Klassen. Es war feierlich und es ist uns an diesem Tag schon besser gegangen wie sonst, auch mit dem Essen. Die Eltern haben das auch sehr ernst genommen. Wir waren alle schön angezogen. Alle gleich im Anzug. Und der Josef hatte immer einen weißen Kragen.
Haben Sie auch Geschenke bekommen?
Da gab es die schöne Kerze, die wir bekommen haben und da waren wir stolz. Und ein neues Gewand gab es auch, damit wir schön angezogen waren. Daran kann ich mich noch erinnern.
 - Die Pfarrkrirche von Aschau heute
Hatte Josef Ratzinger denn Kontakte zu den anderen Schülern?
Wenig, denn es gab in Aschau ja ein Oberdorf, da waren wir schon so viele Kinder und der Josef Ratzinger war im Unterdorf. Eine Mitschülerin aus dem Unterdorf von Aschau hat mit ihm gespielt, Messfeier haben die gespielt.
Sie haben ihn erst vor kurzem getroffen. Wie war das?
Das war im Oktober im Rom bei einer Privataudienz. Meine Frau war bei mir gestanden und da hat er gesagt: „Du bist ja immer der gleiche, aber du bist ja behütet von der Frau.“ Und ich hab Heiliger Vater zu ihm gesagt.
Fotos: Gemeinde Aschau am Inn
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