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Nur wenige Erstkommuniongruppen haben das Glück, einmal eine Hostienbäckerei besuchen zu dürfen. Deshalb haben wir eine besucht und zeigen hier, wie die Oblaten entstehen, die später einmal der "Leib Christi" werden. Das Kloster, in dem die Hostien hergestellt werden, möchte namentlich nicht mehr genannt werden, da die Besichtigungs-Anfragen nach unserer Veröffentlichung rapide gestiegen waren - zu viel für das kleine Kloster.
Wir sind zu Gast in einem kleinen Kloster mit acht Schwestern. Sie nennen sich Karmelitinnen. Der Name kommt vom Berg Karmel im Heiligen Land, wo Elija Ausschau nach Gott gehalten hat. Die Karmelitinnen betreiben eine kleine Hostienbäckerei und verdienen mit dem Verkauf der Hostien an Pfarreien ihren Lebensunterhalt. Rund 400 Pfarreien bekommen ihre Hostien aus diesem Kloster.
In der Kirche spricht der Priester während der Eucharistiefeier oft vom Brot, aber zur Kommunion werden dann kleine Oblaten verteilt, die Hostien. Warum verteilt er kein "richtiges" Brot? Die Antwort ist ganz einfach: Zur Zeit Jesu sah das Brot nicht so aus, wie wir es heute kennen. Wenn wir beim Bäcker Brot kaufen, ist es luftig und locker. Das liegt an der Hefe. Aber Juden verwenden beim Pascha-Mahl nur Brot ohne Hefe. Man nennt das "ungesäuertes Brot". Darum werden die Hostien auch heute noch nur aus Mehl und Wasser gemacht. Wie das geht, hat uns Schwester Maria gezeigt:
In der Backstube vom Karmelkloster füllt Schwester Maria das Mehl aus den Säcken zum Abwiegen in eine Wanne.
Heute werden sie und ihre Mitschwestern etwa 200 000 Hostien herstellen, und Schwester Maria weiss genau, wieviel Mehl man dafür braucht.
Anschließend gibt sie das Mehl zusammen mit Wasser in eine Teigmaschine. Nach einigen Minuten Rühren ist der dickflüssige Teig fertig.
In der Backmaschine wird der Teig zu großen Platten gebacken: Ein Schlauch saugt den Teig aus dem Bottich in die Backmaschine, wo er direkt auf die heissen Backplatten gespritzt wird.
Die Backplatten klappen zu - wie beim Waffeleisen - drehen eine Runde durch die Backmaschine, und wenn sie vorne wieder herauskommen, klappen sie auf.
Am Backautomaten sitzt Schwester Rita und nimmt die fertigen Platten heraus. Sie entfernt die Teigreste an den Rändern. Dann kommt wieder neuer Teig auf die Platte. Wie am Fließband sind in der Backmaschine viele solcher Backplatten hintereinander, so dass man aufpassen muss, nicht eine zu verpassen. Einige Backplatten haben übrigens Kreuze und andere christliche Symbole für die großen Hostien eingelassen.
Die fertigen Brotplatten sind jetzt so knusprig wie Knäckebrot; sie würden zerbrechen, wenn man Hostien daraus stanzt. Darum kommen sie in den Feuchtkeller. Die Brotplatten werden auf Gitter-Regalen ausgelegt, damit sie die Luftfeuchtigkeit aufsaugen können.
Nach sechs bis acht Stunden sind sie weich. Schwester Rita kontrolliert von Zeit zu Zeit den Zustand der Brotplatten.
Aus den weichen Brotplatten können jetzt die Hostien gestanzt werden. Kleine Hostien für die Gemeinde, große Hostien für die Priester. Die Reste vom Stanzen bekommt ein Bauer in der Nähe zum Verfüttern an Tiere. Manchmal, verrät uns die Schwester, kommen auch Kinder aus der Stadt und möchten die Reste als Knabberei haben.
Nicht alle Hostien sind etwas geworden, manche sind zerbrochen oder haben kleine Fehler. Die 78-jährige Schwester Celine sortiert in mühevoller Handarbeit den Bruch aus.
Im Lagerraum werden die Hostien in Tüten verpackt...
...und in Regalen gelagert, bis sie mit der Post an die Pfarrgemeinden verschickt werden.
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