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Beten ist Dialog mit Gott. Gerade Kinder sind unvoreingenommen und offen für Gebete. Nicht immer ist das Beten in der Familie selbstverständlich. Deshalb zeigen wir an dieser Stelle, was Beten bringen kann, wann wie und wo man am besten mit den Kindern betet. Hilfe bekommen wir dabei von Erich Jooß, einem bekannten Autor religiöser Kinderbücher. In seinem Buch "Was einst Du, lieber Gott" findet er Worte für alle kindlichen Lebensbereiche - weiter unten stellen wir drei Gebete aus seinem Buch vor. Wir haben ihn nach dem Sinn und nach den Methoden des Betens gefragt:
Warum beten?
Erich Jooß: "Kinder haben ein großes Schutz- und Geborgenheitsbedürfnis. Gott gibt ihnen diese Geborgenheit. Er ist den Kindern nahe und hört ihnen zu. Er nimmt teil an ihrem Glück wie an ihrem Unglück, er weint mit ihnen und der lacht mit ihnen. Deshalb können sie ihm alles erzählen ihn ihren Gebeten. 'Gott, ich brauche dich. Gott, ich vertraue dir'. Das ist, in zwei Sätzen, die zentrale kindliche Glaubenserfahrung. Zu den religiösen Grunderfahrungen gehört freilich auch jene der Verlassenheit. Auch Kinder dürfen und sollen in ihren Gebeten nach dem verborgenen Gott fragen. So lernen sie früh, dass Gott - wie vieles in ihrem Leben - ein Geheimnis bleibt und nie vollständig erfasst und begriffen werden kann."
Was beten?
Erich Jooß: Kinder sollten in festen Formen beten, also vor allem die großen Traditionsgebete des Christentums kennen, und sie sollten gleichzeitig das freie Sprechen mit Gott einüben. Beides gehört zusammen; beide Arten des Betens stehen gleichberechtigt nebeneinander. Im Gebet der Kinder hat grundsätzlich alles Platz, was zu ihrem Leben gehört. Wichtig ist dabei, dass die Gebete nicht zu egoistisch werden - neben die Bitten für das eigene Leben sollten darum die Fürbitten für andere Menschen treten. Auch der Dank und der Lobpreis müssen ihren Platz im Gebet bekommen. Und hoffentlich die Träume der Kinder, ihr Staunen, das zu Gott führt.
Wie beten?
Erich Jooß: Gemeinsames Beten in der Familie schafft erst die Voraussetzung dafür, dass sich Kinder eines Tages selbständig an Gott wenden. Der Glaube braucht, damit er in den Kindern wachsen kann, das Zeugnis der Eltern. Im gemeinsamen Beten erleben die Kinder, dass Gott auch für die Erwachsenen wichtig ist. So werden sie ihn später nicht einfach als unnütz in die Rumpelkammer ihrer Erinnerungen abschieben. Das gemeinsame Beten erfordert ebenso wie das individuelle Gebet eine Atmosphäre der Sammlung, der Konzentration. Jede Gebetserziehung wäre unvollständig, wenn sie nicht auch das Stillwerden und im Stillwerden das Hören auf Gott lehren würde. Kinder spüren auf diese Weise, dass das Schweigen manchmal weiter (und tiefer) reicht als das Reden.
Wann beten?
Erich Jooß: Zu jeder Zeit und zu bestimmten Zeiten. Als kurzes, einfaches Gebet (ob Hilferuf oder Dank) zwischendurch und als gemeinsame Besinnung im Tagenrhythmus: morgens, mittags, abends. Besonders eignet sich dafür natürlich der Abend. Dann sind die Kinder empfänglicher für die leisen Töne und die innere Melodie der Gebete. Dann haben sie auch genügend Abstand zu den (guten, bösen) Erfahrungen des Tages und können darüber mit Gott sprechen. Außerdem gibt das Abendgebet die notwendige Ruhe und vermag die Schrecken der Dunkelheit zu bannen, von denen Kinder so häufig heimgesucht werden.
Hier stellen wir Ihnen drei Gebete aus dem Buch "Was meinst Du, lieber Gott?" von Erich Jooß vor. Mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Bevor wir miteinander essen Der Luftballon Streit
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